Don’t Look Back In Anger – Ein Jahresrückblick

Heute nehme ich mir – am vorletzten Tag des Jahres – einen Moment Zeit, um inne zu halten und zurückzuschauen. Ich bin mitten in den Raunächten, doch in diesem Jahr sind sie so anders als sonst. Ich habe das Gefühl, so geschäftig zu sein – äußerlich wie innerlich – wie im ganzen vergangenen Jahr nicht… Da ist noch viel zu tun, zu erledigen, bevor ich neu starten kann, den Reset-Knopf für das Neue drücken kann… Aber es fühlt sich nicht schwer an, im Gegenteil, eher, als ob es bereits jetzt schon losgeht, das Neue…

Und doch möchte ich kurz mal Inne halten und schauen, was war eigentlich los im Jahr 2018? Ich lasse das  Jahr vor meinem geistigen Auge – und mit einem Seitenblick in meinen Outlook-Kalender – Revue passieren: Was war gut? Was war nicht so schön? Was habe ich gelernt, über mich, über die Menschen in meiner Nähe, die Welt? Welche neuen Fertigkeiten habe ich mir angeeignet? Wer hat mich begleitet, wer hat mich im Stich gelassen? Wen oder was habe ich im Laufe des Jahres verabschieden müssen? Alles greift ineinander. Alles passiert in Abhängigkeit von einander. Es gibt immer ein Vorher, eine Mitte und ein Nachher, was wiederum neue Situationen hervorruft. Was in diesem Jahr geschehen ist, trage ich in mir. Wie ich damit umgegangen bin, prägt meine Wirklichkeit jetzt, mein Sein in der Welt. Ich habe mich gefreut, ich habe getrauert, ich habe gekämpft, geliebt, geweint, gelacht, gelernt und mich weiterentwickelt. Ich halte inne, atme, lege die Hände aneinander und würdige alles, was geschehen ist. Jetzt.

Das Jahr 2018 stand für mich unter einem guten „Stern“, denn das war die Karte, die mich durch dieses Jahr begleitet hat: „Der Stern beschenkt Dich mit der Kraft des wahren, uneingeschränkten Gebens, unerschütterlichem Vertrauen, dass die Quelle des Lebens niemals versiegt.“ Schönheit, Geduld und Hingabe. Inspiration, Offenheit, fließende Lebenskraft. Harmonie. Dankbarkeit. – All diese Begriffe standen da am Anfang des neuen Jahres. Und wenn ich heute zurückblicke, dann war all das „immer da“. Ich habe die Schönheit der Welt gesehen – auf Wanderungen im Schwarzwald, im Taunus, beim Gleitschirmfliegen in der Rhön; war geduldig und bin in kleinen Schritten den Weg zu meinem Häuschen kontinuierlich immer weiter gegangen, obwohl ich doch so gern schon eingezogen wäre… Ich habe mich diesem Prozess – und anderen in diesem Jahr – hingegeben, im Vertrauen, dass alles „gut“ werden wird.

„Am Ende wird alles gut.
Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

Oscar Wilde

Ich war von so vielem inspiriert im vergangenen Jahr: vom Sterben, vom Hausbauen, von Menschen, die ihre Träume in die Realität gebracht haben wie Kerstin Hack mit ihrem Traum vom Hausboot, von den immer wiederkehrenden Rhythmen der Natur, der spirituellen Kraft der Bäume, ach, von so vielem! Ich war für so vieles offen und habe die fließende Lebenskraft spüren dürfen. In Harmonie – mit mir selbst – und unendlicher Dankbarkeit. Ich danke dem Leben für all das, was es mir in diesem vergangenen Jahr geschenkt hat.

Unterstützt hat mich dabei auch die Karte der „Mutter des Feuers“: Selbstvertrauen, Stolz, Autorität, Stärke, Selbstsicherheit, Leidenschaft und – vor allem – Mut galt es für mich zu erlangen und vor allem anzunehmen. Es galt, mir zu erlauben, mutig zu sein, mich auf meine eigene Stärke zu besinnen und immer mehr meinen wahren Platz im Leben einzunehmen: „Indem Du Deine Erfahrungen mit anderen teilst und die Kraft Deines neuen Selbstvertrauens auch nach außen zeigst, hilfst Du anderen, ihr eigenes Selbstvertrauen zu entwickeln.“ Ja, ich habe an mir gearbeitet und bin ein gutes Stück weitergekommen. Und es war an der Zeit, andere daran teilhaben zu lassen, durch diesen Blog „Mein kleines Haus“. Das war ein großer Schritt. Mich so zu zeigen, der Welt, dem Internet, wie ich bin mit allem (fast allem…) was da so in mir ist. Und das ist eine Menge! Ich bin selbst immer wieder überrascht, was da so durch mich hindurch in die Welt fließen will… „Mein kleines Haus“ hilft mir, meine Selbsterkenntnisse über das Leben und über mich mit Liebe in mein tägliches Leben zu tragen. Danke für diese Möglichkeit, liebes Leben! Auch wenn nicht viele Menschen meine Texte lesen, ich schreibe in erster Linie für mich. Und da bin ich so in meiner Kraft!

Und schön ist auch das Feedback! Dass immer wieder Menschen mir sagen, wie toll sie das finden, dass ich das – einfach – mache. Dass es so inspirierend ist. Dass sie begeistert sind von all den Gedanken, die da so in mir sind… Wie schön! Es ist eine meiner Aufgaben in dieser Welt, andere zu inspirieren. Der Blog ist ein Weg. Eine liebe Bekannte aus meiner Hospizgruppe fragt mich immer, wenn wir uns sehen, wann ich denn endlich meinen Beruf an den Nagel hänge und Bücher schreibe! Ja, diesen Sämling nehme ich mal mit ins neue Jahr und lasse ihn in der dunklen Wintererde mal vor sich hin keimen. Ich würde wahnsinnig gern ein Buch schreiben, bemerke ich immer mehr, aber worüber? Ich habe nicht das EINE große (Lebens)Thema, den EINEN großen Schicksalsschlag, die EINE große Krise, die manche Menschen dazu bringt, ein Buch zu schreiben. Ich hab so viel in mir, und immer wieder neues, dass ich mich da einfach nicht festlegen kann… Vielleicht hast Du, liebe Leserin, lieber Leser, eine Idee? Zu welchem Thema würdest Du gern etwas von mir lesen? Für Inspirationen bin ich immer offen! Schreib mir gern. Aber bevor ich mich als auf die Zukunft ausgerichteter Handlungstyp schon wieder in Plänen, Träumen und Möglichkeiten für das neue Jahr verliere, zurück zum alten:

Januar
Besinnung – Ausrichtung auf das Wesentliche, Ruhe, Zentriertheit, Klarheit, geistige Reinigung. Abwarten und geduldig sein hat meinen inneren Fokus wieder klarer gemacht. Ich habe die – zugegeben sehr spontane – Entscheidung getroffen, eine Ausbildung als Sterbebegleiterin zu machen. Das Sterben, der Tod als Prozess, das hat mich schon immer interessiert. Ich wollte schon immer wissen, „wie das geht.“ Es ist so spannend, dieses letzte große wirkliche Geheimnis des Lebens. Ein Abenteuer! Und auch die Zeit der Ausbildung war ein kleines Abenteuer. Mit meinen lieben, mir sehr ans Herz gewachsenen Mitstreiter*innen hatte ich eine intensive, bereichernde, erkenntnisreiche, berührende, alles Vorherige in Frage stellende Zeit. Danke an dieser Stelle an Euch, Ihr Lieben! Die Begegnungen mit Euch haben mich sehr bereichert!

Februar
Innerer Frieden – Schönheit, Freundschaft, Harmonie, Glück, seelische Zufriedenheit. Ich habe innerlich in diesem Monat mit einer Situation in meinem Leben, die mich seit Weihnachten begleitet hat, Frieden geschlossen. Und ich habe gespürt, dass es stimmt, wenn es heißt, dass man Altes erst mal loslassen muss, damit Neues an seine Stelle treten kann. „Tiefe Bereitschaft zu Liebe und Erkenntnis anstelle von Kampf und Konflikt. Tiefer geistiger Frieden verbindet sich mit den Kräften der Neugestaltung.“ Ich halte mein Herz offen und kämpfe nicht mehr. Ein Erlebnis kommt mir in den Sinn: Ich war in Goldegg, in Österreich, bei Thoma, und bin an einem Tag Ski gefahren. Es war unfassbar kalt! Minus 20°C oder so. Das holt niemandem hinterm Ofen vor… Anscheinend nur mich… Es sind nur zwei Lifte, aber ich bin komplett allein auf der Piste! Nur ich und die 4 „Liftboys“. Unfassbar! Ich fühle mich wie Königin-Mutter, für die extra das komplette Skigebiet gesperrt wurde. Ein wirklich erhabenes Gefühl! Ich bin versucht, die ganze Zeit huldvoll nach rechts und links zu winken, wie Hape als die Beatrix, damals, vorm Schloss Bellevue… Schönheit, Glück, seelische Zufriedenheit, alles da, in diesem Moment…

März
Erwachtes Bewusstsein – Selbstbefreiung, Emanzipation, Freiheitsliebe, Erwachen der Intuition, rebellisches Auftreten, kompromisslose Ehrlichkeit, mutiges Eintreten für die eigene Wahrheit. Der Plan reift in mir, endlich, endlich alles das, was da so in mir ist, in die Welt zu bringen und ich bereite meinen Blog vor. Ich habe gelernt, dass ich so eine Seite ganz allein erstellen kann – programmieren will ich das jetzt nicht wirklich nennen… Man, bin ich stolz! Wieder was gelernt! Ich kann, wenn ich will…

April
Verletzung – Wut, Selbstanklage, nicht vergeben können und wollen. „Die Klarheit ist einem Trümmerhaufen gewichen“, sagt die Karte für April. Die Karte zeigt mir die Tendenz, mich selbst grausam herunter zu machen. Ja, dazu neige ich, zu Selbstanklage und Selbstbestrafung. Aber anscheinend habe ich das schon besser im Griff, denn der Monat war recht friedlich, mit schönen Begegnungen wie mit meinen „Dakinis“ beim Wiedertreffen im Taunus! Danke an Euch alle, Ihr wundervollen, tollen lustigen, berührenden Frauen, dass Ihr den Weg der Weiblichkeit mit mir gemeinsam geht! Mein Blog ist online und ein Wochenende im „Lammershof“ bei Weinheim mit erstklassiger Küche ist ein wundervoller kulinarischer Ausklang zum Ende des Monats. Danke, liebe Bisons, die ihr Euer Leben gegeben habt für uns…

„… Durch die Existenz des Büffels konnte sein Stamm überleben. Der Büffel gibt sein Leben als ein Geschenk des Großen Geistes. Für diese Großzügigkeit und Stärke wird der Büffel geliebt und verehrt. Die Medizin des großen Büffels ist Gebet und Dankbarkeit.
Deshalb tötete der Weiße Mann gegen Ende des (vor)letzten Jahrhunderts Millionen von Büffeln. Das Morden hatte nur einen Grund:
Es war der sicherste Weg, das Leben des Roten Mannes zu zerstören.“

„Der Urvater“ (Vision Quest)

Mai
Ruhepause – Abwarten, Anhalten, Nicht-Tun, Rückzug, Sammlung, Zentriertheit. Ich warte geduldig ab und schaue, was geschieht. Dies fällt mir besonders leicht, da ich endlich mal wieder auf meiner Lieblings-Nordsee-Insel bin. Es sind nur ein paar Tage, aber schon die Fahrt mit der Fähre ist wie eine Reise in eine andere Welt, eine andere Zeit. Zeitlosigkeit macht sich breit. Das Meer, der Himmel, diese Weite… Rüm Hart, Klaar Kimming. Weites Herz, klarer Horizont. Ja, so fühlt es sich an im Mai. Ich lerne, was Elementarwesen sind und wie man am besten Bäume umarmt, ohne ihnen „zu nahe zu treten“. Mein erstes Praktikum im ambulanten Pflegedienst beginnt. Ich darf erleben, dass Pflege doch auch etwas mit Würde und Respekt zu tun haben kann… Ich bin dankbar für diese Erfahrung. Aus tiefstem Herzen ein großer Dank an all die Menschen, die ich in dieser Zeit in ihrem Zuhause besuchen durfte. Ein Besuch hat mich besonders angerührt. Lieber Herr N., ich hoffe, es geht Ihnen gut, wo immer Sie auch sein mögen…

Juni
Innere Ordnung – Langsame, aber stetige Entwicklung, Ehrlichkeit, natürliche Intelligenz, Erdverbundenheit, Vertrauen, Hingabe, Entfaltung, Geschehenlassen. Die Dinge wachsen am leichtesten und schönsten von selbst… Der Juni steht ganz im Zeichen der Bäume und des Waldes. Ich habe zwei tolle Vorträge über das Bauen mit Holz und Cradle to Cradle und weiß wieder, mit was ich in meiner Kraft bin – wenn ich auf der Bühne stehe… Ich war auf einem „Wald Healting Festival“ in Stemwede, wo ich mit Ho’oponopono ein altes hawaiisches Vergebungsritual erleben durfte. Danke für diese wundervolle Erfahrung von Verbundenheit! Und dann war da noch mein erstes Wochenende im Wald – „Zuhause in der Wildnis“… Eine sehr archaische Erfahrung, die schon mal ein klitzekleiner Vorgeschmack war auf meine Visionssuche im Wendland im Juni 2019  – ich mach mir schon jetzt vor Angst in die Hose…

Juli
Lebenskraft – Ekstase, Wonne, Lebensfreude, Lust, Power, Kreativität, Fülle, Stärke, Talente, Überwindung alter Ängste. Ja, der Juli war heiß! Ein erster Eindruck der „Heißzeit“, die in den nächsten Jahren vor uns liegt… Meine erste Sterbebegleitung. Eine kurze, aber intensive Begegnung, die mich Demut gelehrt hat. Danke, liebe Frau W., dass ich Sie begleiten durfte! Ich hätte Ihnen so gern noch ein Fischbrötchen mitgebracht… Ein kurzer Besuch in Goldegg, das Baumhaus ist fertig! Und ein wundervolles, „heißes“ Wochenende im Schwarzwald im Holzhotel mit urwüchsiger Natur und kulinarischen Köstlichkeiten.

August
Unsicherheit – Sorgen, die Furcht, nicht zu genügen, nicht gut genug zu sein. Ja, diese Angst kenne ich, sie begleitet mich ja als Enneagramm-Typ der „Eins“, dem „Perfektionisten“, schon mein ganzes Leben lang. Ich bin dankbar, dass das Leben mich immer wieder an dieses große Thema erinnert, und ich merke gleichzeitig, dass diese Angst gerade gar nicht da ist. Jedenfalls nicht mehr so groß wie früher einmal. Ich bin gut so, wie ich bin. Und ich selbst mag mich genauso, wie ich bin. Ich merke zwar immer wieder, dass andere damit noch ein Problem haben und mich gern anders hätten (vor allem auf großen Festen wird von mir immer noch „erwartet“, die große Spaßkanone zu sein, als die man mich bisher kannte…), aber ich erlaube mir – frei nach Udo – immer mehr, einfach nur ich zu sein, egal, was die andern labern… Und Schnaps ist auch nicht immer eine Lösung… Der August war geprägt von großen Festen, den letzten Zügen der Hospizhelfer*innen-Ausbildung und einem wundervollen Wochenende in Holland. Der Garten von Piet Oudolf ist eine Wucht! Danke für diese letzte Möglichkeit, denn nun ist sein privater Garten für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich…

September
Schönheit – die Fähigkeit zu Geben, Geduld und Hingabe, Offenheit, fließende Lebenskraft, innere Zufriedenheit, Dankbarkeit. Ich fliege! Die Erfüllung eines lange gehegten und lange vergessenen Jugendtraums – ich schwebe mit dem Gleitschirm über die Welt! Ein wahrlich erhebendes Gefühl, so entrückt zu sein und doch „geerdet“… Tausend Dank für dieses wundervolle Erlebnis, mein Herz… Davon will ich im nächsten Jahr mehr! Mehr fliegen und weniger Sommerrodelbahn fahren… Und dann war da noch der Kletterwald. Und die Erkenntnis, dass kleine Kinder so viel mutiger sind als ich und das man immer, wenn man sich einer Herausforderung stellen will, ein 6-jähriges Kind dabei haben sollte. Das hält einem gern und völlig intuitiv den Spiegel der eigenen Angst vor die Nase… und plötzlich wächst man über sich hinaus.

Oktober
Integration – Schöpfung, Kreativität, innere Balance, Vereinigung der Gegensätze, Transformation, Harmonie. Eine sehr schöpferische Zeit. Ich bin wieder stärker mit dem Thema „Mein kleines Haus“ verbunden, fahre nach Lüneburg, um mir den Wohlwagen XL anzuschauen – und will gleich einziehen! Das lädt meine Vision wieder mit neuer Kraft auf. Der Besuch einer Nachhaltigkeitsmesse in Münster und die Erkenntnis, dass der Wohnwagon wohl nichts für mich ist. Sie ist wieder ganz präsent, die Vision vom eigenen kleinen Häuschen, von meinem eigenen „Raum der Möglichkeiten“. Und ich gehe den Weg weiter, Schritt für Schritt, im Rahmen meiner Möglichkeiten, mit der festen Überzeugung, dass der Traum Wirklichkeit wird… Ich bin so dankbar in einem Land, in einer Zeit, in einem Umfeld zu leben, in dem ich das tun darf, mir erlauben, meine Träume zu realisieren…

November
Vertrauen – Gelassenheit, Achtsamkeit, Genuss, Liebe zur Natur, Ausdauer, Treue, Unerschütterlichkeit. Ja, unerschütterlich bleibe ich auf meinem Weg. Auch wenn ich mir mehr „Unterstützer*innen“ wünsche. Es ist nun mal wie es ist und ich fühle mich wie eine Pionierin, die (mal wieder) voran gehen muss. Wie oft höre ich: „Ach, tolle Idee mit dem kleinen Häuschen. Das wäre auch was für mich. Meld Dich mal, wenn Du einen Platz gefunden hast, dann bin ich dabei.“ Leute, Ihr dürft schon gerne JETZT mit einsteigen! GEMEINSAM ist vieles leichter… Solange gehe ich eben allein. Ist auch schön. Ich bin ja gern mit mir zusammen. Dafür bin ich auch dankbar, dass ich so ein umgänglicher Mensch bin. Ich würde mich ja sonst selbst nicht aushalten… Und so allein bin ich ja gar nicht. Ich habe eine Marklerin, die mich bei der Grundstücksuche unterstützt und an meinen Traum glaubt, eine Architektin für den Gang zum Amt, Thomas vom Zinipi, der mir hilft, mein Häuschen doch mit Holz100 bauen zu können. Ich hatte einen tollen Vortrag über das Bauen mit Holz in Köln, einen inspirierenden Besuch in der Schirn („Wildnis“) und einen schönen, berührenden Kino-Ausflug mit unserem Patenkind…

Dezember
Lebensfreude – Wonne, Lebenskraft, Power, Lust, Fülle, Leidenschaft. Ja, davon habe ich im Dezember viel gehabt. Die Zeit war dann doch nicht so besinnlich, wie ich mir das vorgestellt – gewünscht – hatte… Der Advent war viel zu kurz und vollgestopft. Schon mit Schönem und Aussichtsreichem, wie einer neuen Aufgabe, die im neuen Jahr an der Hochschule auf mich wartet, aber eben mit so Vielem… Dem Beginn der Ausbildung zur Trauerbegleiter*in, einem spontanen Theaterbesuch („Mut und Gnade“), dem Ritual der Wintersonnenwende in großer Runde. Irgendwie war es von allem einfach sehr viel, nicht zu viel, eben sehr viel. Und dann kam die Zeit im Baumhaus in Bad Zwischenahn im Ammerland. Nur ein paar Tage, aber so entspannend, ruhig und friedvoll. Wieder ein Impuls, der meine Visionsenergie für meinen „Raum der Möglichkeiten“ im kleinen eigenen Holzhaus neu auflädt. Im Holzhaus schlafen, mit dem Blick in die Bäume. Wundervoll! Da kann es schon mal passieren, dass der Naturgeist einfach so über einen kommt… Die Raunächte fallen leider auch meiner akuten Betriebsamkeit zum Opfer… Morgens – oder noch schnell abends vor dem Schlafengehen – eine Karte ziehen für den jeweiligen Monat im neuen Jahr, mehr ist gerade nicht drin. So betriebsam und erfüllt das vergangene Jahr war, so geht es auch zu Ende. Ich hatte mir mehr Stille und Besinnlichkeit, mehr Ruhe mit und in mir gewünscht, aber es ist gerade nicht die Zeit dafür. Und das ist auch gar nicht schlimm. Wenn mein Eifer, meine Begeisterung, meine Freude am Flow, die mich die letzten beiden Tage „überfallen“ hat ein Vorbote für das Neue, das Kommende ist, dann kann ich sicher vieles vom dem, was auf meiner Wünsche-Träume-Visionen-To-Do-Liste steht angehen und vielleicht auch teilweise realisieren:

  • Ausbildung Trauerbegleitung
  • Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen
  • Visionssuche im Wald im Juni
  • Neue Herausforderungen im Job
  • Einen Platz für mein kleines Haus finden
  • Ein Buch schreiben…
  • Und vieles mehr

Resümee
Wie war das Jahr 2018? Was war gut? – Irgendwie alles. Weil alles hat ja seinen Sinn, auch wenn ich den nicht immer (gleich) erkenne… Es bleibt nichts zurück, was sich schräg anfühlt oder wo ich sage, da hängt noch was. Ein paar Dinge nehme ich mit ins neue Jahr, ein paar Entscheidungen und ein kleines, großes Projekt – nämlich meinen Traum vom Häuschen! Was war nicht so schön? – Och, in der Erinnerung bleiben ja letztlich immer nur die schönen Stunden… Das, was schwer war, konnte ich gehen lassen. Immer wieder erstaunt darüber, wie leicht es doch geht, wenn ich’s will und wenn ich mein Herz offen halte. Vergeben ist gar nicht so schwer, vor allem, wenn ich mir immer wieder klar mache, dass der andere  mich ja nicht wirklich verletzen, das Leben mich nie persönlich beleidigen will… Was habe ich gelernt, über mich, über die Menschen in meiner Nähe, die Welt? – Dass Erwartungen haben immer irgendwie blöd ist, weil die Gefahr zu groß ist, dass sie ent-täuscht werden. Ich habe gelernt, dass die Menschen in meiner Nähe mir nicht unbedingt auch nah sein müssen und das völlig Fremde manchmal mehr an einen glauben als die engsten Freunde. Welche neuen Fertigkeiten habe ich mir angeeignet? – Einen Blog gestalten und sogar technisch umsetzen zu können! Wer hat mich begleitet, wer hat mich im Stich gelassen? – Da gab es in diesem Jahr mehr „Im-Stich-Lasser“ als Begleiter. So ist das Leben. Alles gut. Denn:

„Wenn sich alles in Kreisen bewegt
dann gehst du links dann geh ich rechts
und irgendwann kreuzt sich der Weg
wenn wir uns wieder sehn

egal wie weit wir auseinander sind
wir haben den gleichen Mittelpunkt“
Johannes Oerding

So ist das Leben, es bewegt sich in Kreisen. Immer wieder ein neues Jahr. Immer wieder, aber immer wieder neu und anders und aufregend und manchmal schwer. Aber das ist das, was mir immer wieder Zuversicht gibt, was mich immer wieder aufstehen lässt, es gibt immer wieder eine neue Möglichkeit, ein neues Jahr, einen neuen Frühling, ein neues Glück… Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber auch in diesem Jahr hat mich eines meiner Lieblings-Weihnachtslieder meiner Kindheit begleitet. Und es erzählt genau davon, dass das neue Jahr ist wie ein Baum mit vielen Blättern dran am 1. Januar und jedes Blatt, jeder Tag zu einer Erinnerung wird, die wir immer in uns tragen und die bleibt, so wie meine Erinnerung an dieses Lied und was für mich damit verbunden ist…

„Wenn es Dezember wurde zählten wir als Kind
Wie viele Blätter noch auf dem Kalender sind
An jedem Morgen wurde der vergang’ne
Tag ein Stück Papier
Und mit der Mutter zusammen sangen wir

So wie ein Baum ist der Kalender Jahr für Jahr
Mit vielen Blättern dran am ersten Januar
Doch jeden Tag wird dann ein neues Blatt
Vom Wind der Zeit verweht
Bis im Dezember das Jahr zu Ende geht

In unserm ganzen Leben bleibt ein kleines Stück
Von der Erinnerung an jene Zeit zurück
Und wenn die Tage kürzer werden
Und der Schnee vom Himmel fällt
Dann denken viele, ja viele auf der Welt

Kalender, Kalender
Du bist ja schon so dünn
Nun ist’s ja bis Weihnachten
Nicht mehr lange hin – hin“

Peter Rubin
und die Westfälischen Nachtigallen
(„Kalenderlied“)

Danke, liebes Leben, für alles, was Du mir im vergangenen Jahr geschenkt hast, für all die Engel und Arsch-Engel – und Schubs-Engel, die Geschenke und Lern-Geschenke, die großen Erfahrungen und kleinen Erlebnisse, die Begegnungen und die Abwesenheiten, die Spiegel, die Du mir immer wieder vor die Nase hältst, in denen ich nicht immer nur schön bin… Danke, Ihr Lieben, die Ihr mich begleitet habt, die Ihr teilgenommen habt an meiner Reise durch dieses Jahr. Für all die Unterstützung – auf welcher Ebene auch immer. Uns allen von Herzen ein frohes, wundervolles, abenteuerliches, aufregendes, neues Jahr!