Trust the process: Wie ich die werde, die ich sein könnte…

Jetzt ist das neue Jahr erst zwei Wochen alt… Und hat schon so richtig Fahrt aufgenommen: Letzte Prüfungen, Irrwege, Illusionen, ent-täuschte Erwartungen, wo die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten… Aber: auch – gleich-zeitig – Visionen, Intuition, Schöpfungskraft, Fantasie… Ich nehme all meine Gefühle an. Ich bewerte sie nicht und halte sie nicht fest. Mein Gemütszustand schwingt durch Tiefen und Höhen gleichzeitig. Ich vertraue meiner Intuition. Ich vertraue dem Leben. Ich vertraue dem Prozess: Trust the process… Eine äußere Situation verändert sich ohne Vorwarnung: Es lohnt nicht, gegen die Veränderung anzukämpfen. Ich lasse los! Ich lasse gehen, was gehen muss. Denn wenn es wiederkommt, dann gehört es zu mir…

„Nur in Verbindung mit der Stimme des eigenen Herzens
werden Fehler und Irrwege zu Fortschritten.“

Vision Quest (Der Mond)

Ich bin dankbar für diese Erfahrung. Ich bin dankbar für meinen „Schubs-Engel“, der mich immer wieder ein Stückchen weiter „schubst“ hin zu meiner wahren inneren Freiheit, Un-Abhängigkeit. Danke, mein Herz!

Am kommenden Samstag gebe ich mein erstes Tagesseminar! Ich gebe mein Wissen über und meine Erfahrungen mit der Psychografie an meine lieben Mitstreiter*innen im Hospizverein weiter. Ich freue mich riesig und habe selbst wieder so viel schon während der Vorbereitung gelernt!

If you only focus on the problem, you migth miss the easy solution
Dieser Spruch steht auf einem Bild, dass in meinem Büro hängt. Eine Katze sitzt in ihrer Transportbox vor dem Gittertürchen und wartet, dass jemand kommt und dieses Türchen endlich öffnet und bemerkt – in ihrem Tunnelblick – nicht, dass jemand den Deckel der Transportbox schon längst entfernt hat… Dieses Bild hängt da schon lange, aber erst jetzt verstehe ich, was das mit MIR zu tun hat…

In der Psychografie bin ich ein Handlungstyp Eins und die Falle, in die ich immer wieder tappe,  ist die Abhängigkeit. In meinen Unterlagen meiner Coaching-Ausbildung steht: „Typisch für Abhängigkeitstypen: Fixierung auf das Problem – Tunnelblick“. Und es stimmt. Wenn ich in meiner Falle hänge, mich ohnmächtig, der Situation ausgeliefert fühle, verengt sich alles in mir. In meinem eingeschränkten Denken sehe ich dann entweder KEINE Lösung und fühle mich eben ohnmächgtig und ausgeliefert, oder ich suche in meiner Verzweiflung nach DER EINEN EINZIGEN Lösung, meistens Flucht durch kopflosen Aktionismus. Als Handlungstyp fange ich dann an, einfach irgendwas zu tun, um einfach irgendwas zu tun… Bloß nichts fühlen, bloß nicht diese Ohnmacht, diese Abhängigkeit fühlen! Das gibt mir das trügerische Gefühl, selbst-bestimmt zu handeln. Aber das ist eine Illusion, mein Handeln ist ganz klar fremd-bestimmt, getrieben, von dem, was im Außen geschieht, nicht von dem, was ich eigentlich wirklich will (und brauche)… Dann bin ich voll in diesem Entweder-oder-Denken: Es gibt entweder das Problem (das ich ja nicht will) oder NUR DIESE EINE Möglichkeit, die ich gerade sehe, und nichts anderes mehr. Dass es im Leben IMMER MEHRERE Möglichkeiten gibt, entzieht sich in diesem Augenblick des fokussierten Tunnelblicks meiner Vorstellungskraft. Und gerade erlebe ich, dass das purer Quatsch ist. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Immer. Wenn das nicht so wäre, dann wäre ja das Leben ziemlich beschränkt. Und es müsste bedeuten, dass mein Leben ziemlich eng vorgezeichnet wäre. Das mag auf den ersten Blick ja zunächst erleichternd wirken oder zumindest weniger anstrengend. Wenn man aber tiefer eintaucht merkt man: Wie schade. Wie schade um all das, was vielleicht noch möglich gewesen wäre…

„Denke nicht in Problemen, denke in Lösungen.“
Johann Wolfgang Goethe

Und das hat sich in mir verändert. Ich denke mehr in Möglichkeiten. Mein Visionsbild, das mich nun schon ein paar Jahre begleitet, ist ein „Raum der Möglichkeiten“ in mir, der Weg raus aus dem – beschränkten – Tunnelblick.

When you focus on possibilities, you will have more opportunities
Zu Deutsch: Wenn ich mich auf Möglichkeiten konzentriere, habe ich mehr Möglichkeiten! Es ist bestechend einfach! Nur nicht immer leicht… Für mich, als Handlungstyp Eins mit meiner Abhängigkeits-Falle, liegt die Lösung NICHT im Handeln, wie man annehmen könnte, denn das erzeugt ja gerade das Problem… Schon Albert Einstein sagte, man kann seine Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, wie sie entstanden sind (Mein liebster Satz im Coaching: „Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon; wenn etwas nicht funktioniert, mach was anderes…“). Wenn mein Problem durch fremdbestimmtes, getriebenes, Handeln entstanden ist, werde ich es durch fremdbestimmtes, getriebenes Handeln wahrscheinlich nicht lösen. Ich mache einfach mal etwas vollkommen anderes: Ich HANDLE nicht, ich FÜHLE…

Früher habe ich Gefühle eher belächelt. Andrea Berg hat schon gesungen: „Die Gefühle haben Schweigepflicht.“ Ja, so war das. Meine Gefühle haben ganz schön lange geschwiegen. Weil ich sie nicht hören wollte. Nicht fühlen. Die Unangenehmen zumindest. Blöder Weise fühlt man dann die schönen aber auch nicht… Und das ist jetzt anders. Früher war ich die „fremdbestimmte Eins“, die fremdbestimmte Perfektionistin, die Moralapostelin (gibt es eigentlich weibliche Apostel?), die belehrende Rechthaberin, die überempfindliche „beleidigte Leberwurst“, das zornige, wütende Rumpelstilzchen, das im Innen tobt, nach außen aber zähneknirschend lächelt, bis irgendwann der Vulkan ausbricht und der „Zorn Gottes“ alles und alle niedermetzelt… Ja, so sah das in mir aus, früher mal, gefühlt in einem anderen Leben… Vieles, was ich ausprobiert habe, hat mir da geholfen, vor allem aber die Psychografie, die „Lehre von mir und den anderen“. Aber wie?

Mein Schlüssel liegt weniger im Handeln, sondern mehr im Fühlen. Und mein Schlüsselbereich ist der des Beziehungstyp Vier, der originellen Romantikerin. Mir hilft es, wenn ich mich mit ihrer Echtheit verbinde, authentisch bin, mich zeige, wie ich wirklich bin, gerade in diesem Augenblick. Indem ich  nicht alles zähneknirschend weglächle… Wenn ich kreativ bin, in Möglichkeiten denke, Möglichkeiten ausprobiere, auch – und gerade – die unkonventionellen, bei denen immer alle den Kopf schütteln und sagen: „Frau Hempel!“ Indem ich meine Gefühle wahrnehme, meine Sensibilität als Qualität anerkenne, „natürlich“ bin, wie ich nun einmal bin. Dann, ja dann, gelange ich wie durch Zauberei in meinen Zielbereich, in die Welt des Sachtyp Sieben und werde zur glücklichen Optimistin.

„Am Ende wird alle gut.
Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

Oscar Wilde

Dann empfinde ich in allem, was ist, Dankbarkeit, Lebensfreude, feiere das Leben als immerwährendes Fest, bin neugierig (auf all die Möglichkeiten), flexibel (alles kann, nichts muss…), kann auch mal „Fünfe gerade sein lassen“ und werde die Visionärin, die im Handlungstyp Eins auch steckt, die selbstbestimmte, entwickelte, („ausgewickelte“, wie meine Freundin es nennt…) Reformerin, Unterstützerin. Dann gelingt es mir, mein Leben in Gelassenheit, Heiterkeit, Toleranz, Akzeptanz (es ist, wie es ist…) und Geduld (es kommt, wie es kommt…) zu leben. Trust the process…

„Wenn das Leben Dir eine Zitrone gibt,
mach Limonade draus.“

Virginia E. Wolff

Oder Limoncello, oder Du fragst nach Salz und Tequila… Es gibt ja so viele Möglichkeiten… Wenn Dich jetzt interessiert, wer DU eigentlich bist und –  vor allem –  wer Du sein könntest, dann schau doch einfach mal hier:

Links
maypaula: Das Enneagramm im Business anwenden
Das Enneagramm: Die 9 Gesichter der Seele

Bücher
Persönlichkeitstypen: Spezialisten für Lebenskompetenzen – Dietmar Friedmann
Du bist viel mehr: Wie wir werden, was wir sein könnten – Uwe Böschemeyer
Das Enneagramm: Die 9 Gesichter der Seele – Andreas Ebert/Richard Rohr