Willkommen zurück…

Und wieder ist viel Zeit ins Land gegangen, ohne dass ich den Impuls verspürt habe, zu schreiben… Das letzte Jahr stand für mich im Zeichen des Rückzugs, der Reflexion, der Transformation. Es ging vor allem darum, dass Alte, das mich immer noch an so vielen Stellen behindert hat, endgültig loszulassen. Darum damals der Wald. Es fühlt sich heute so an, als ob dort wirklich vieles zum Abschluss gekommen ist: Alte Beziehungen, die so nicht mehr funktionierten. Freundschaften, wo wir beide nicht mehr auf dem gleichen Weg waren. Alte Überzeugungen, die ich wie Ballast immer noch mit mir herumgeschleppt habe. All das durfte gehen. Oft mit vielen Schmerzen verbunden, aber ohne Schmerz kein wirkliches Wachstum…

„Und es kam der Tag,
da das Risiko, in der Knospe zu verharren,
schmerzhafter wurde als das Risiko zu blühen…“
Anais Nin

Nach dem Wald, nach all dem Loslassen, folgte eine Zeit der Ruhe, der Stille, der inneren Einkehr. So wie im Winter die Natur sich in die Ruhe und in die Dunkelheit zurückzieht, um wieder Kraft zu schöpfen für den nächsten Durchgang… Für mich war es ein langer Winter, doch jetzt, im Frühling, sehe ich nicht nur, wie die Kraft in der Natur zurückkehrt, ich spüre diese Kraft auch in mir: Hier will etwas neu geboren werden! Mein neues Ich, dass sich in ersten Ansätzen im Wald schon zeigen durfte…

Ich war auch nach dem Wald viel im Wald und hatte zauberhafte Begegnungen: Mit einem junger Rehbock, der versucht hat, mit mir anzubändeln oder dem Eichelhäher, der mich immer wieder begleitet hat, im Taunus genauso wie in den Alpen. Der Wald hilft mir immer mehr bei mir selbst anzukommen. Wenn ich mich, an einen Baumstumpf gelehnt, auf den Waldboden lege, spüre ich sofort wieder dieses Verbunden-Sein mit allem – wie damals, in der WaldZeit. So war ich viel mit mir und mit der Natur, dem unaufhörlichen Gang der Jahreszeiten, dem ewigen Lauf der Dinge.

Dann kam das neue Jahr und ich spüre, wie in mir alles immer heller wird. „Die Sonne“ – meine Karte für das Jahr 2020. Es fühlt sich so an, als ob die immer stärker werdende Kraft der Sonne nicht nur den Frühling einleitet, sondern auch eine neue Lebensphase – ja, auch den Frühling in mir! Ich bin wieder offen, offen für neue Begegnungen, Freundschaft, Liebe… Da ist so viel Neugierde auf das, was noch kommt und auf das, was da noch in mir ist! Ich bin bereit, meine innere Sonne auch im Außen wieder – endlich – strahlen zu lassen! Ihr Licht zeigt mir meinen inneren Weg:

„Du brauchst keine Hilfe mehr von außen,
wenn Du Deinem eigenen Licht vertrauen lernst.“

Vision Quest

Letztlich geht es doch immer nur darum, den eigenen Weg zu gehen, die eigene Wahrheit zu leben und dem eigenen inneren Licht zu folgen. Und gerad vor diesem eigenen inneren Licht, dem inneren Strahlen und Leuchten, haben wir alle so viel Angst, denn:

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.

Wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich,
dass ich leuchtend, hinreißend, talentiert und fantastisch sein darf?

Wer bist du denn, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.
Dich selbst klein zu halten, dient der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du dich kleiner machst,
damit andere um dich herum sich nicht verunsichert fühlen.

Wir sollen alle strahlen wie die Kinder.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns; sie ist in jedem Einzelnen.

Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
befreit unsere Gegenwart andere ganz von selbst.”

Marianne Williamson

Es geht mir nicht nur darum, mein eigenes Licht leuchten zu lassen und „mein Ding“ zu machen. Es geht mir vielmehr darum, endlich wirklich in der Welt zu wirken, mit all dem, was in mir ist; mit all dem, was das Leben mir mitgegeben hat, als ich auf diese Welt kam und mit all dem, was ich auf meinem bisherigen Weg lernen durfte. Es geht darum, die eigene Aufgabe zu erfüllen; den Auftrag, den das Leben mir mitgegeben hat bei meiner Geburt; das, warum ICH hier bin. Nicht, um einfach nur so rumzuleben, dem Lustprinzip zu folgen oder einfach irgendwelche „Bucket Lists“ abzuarbeiten mit 1000 Orten, Dingen, what ever, die „man“ im Leben gesehen oder gemacht haben muss… Sondern, um das zu tun, was ich tun kann, um diese Welt irgendwie – auf meine Art – ein klitzebisschen besser gemacht zu haben, wenn ich irgendwann einmal gehe.

„Wo die Bedürfnisse der Welt auf Deine Talente treffen,
dort liegt deine Berufung.“

Aristoteles

Und ich weiß ja, wozu ich überhaupt hier bin auf dieser Erde: Um die Schönheit dieser Welt zu erhalten… Um anderen zu zeigen, dass eine andere Welt, ein anderes Leben, ein anderes System möglich ist… Ich LIEBE Veränderung und ich LIEBE Möglichkeiten! Und am meisten liebe ich es, anderen zu zeigen, dass Veränderung MÖGLICH ist, immer! DAS ist meine Berufung. Damit ist noch nicht gesagt, wie genau ich das nun einbringen kann ins Leben, das ist letztendlich meine Aufgabe, das herauszufinden. Und das Schöne ist: Es gibt da tausende von Möglichkeiten… Immer wieder neu und immer wieder anders. Aber immer verbunden mit dem, was ich am besten kann: Menschen Mut machen – Lust machen – auf Veränderung, Verbesserung, in ihrem Leben. Ihnen zeigen, vorleben, dass das geht:

„Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.“

Was mich bei allem, was ich in meinem Leben bisher gemacht habe, immer angetrieben hat, war dieses riesiggroße Bedürfnis, die Welt, die Bedingungen – für alle – besser zu machen. Das hat mich angetrieben, Architektur zu studieren; das treibt mich an im Coaching, bei meinen Vorträgen über das Bauen mit Holz, in allem, was ich tue… Man muss mich nur lassen, ICH muss mich nur lassen…

„Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
befreit unsere Gegenwart andere ganz von selbst.”

Ich verabschiede mich mehr und mehr von dieser Angst und stehe zu dem, was ich kann und was ich will. Und nicht, weil ich das selbst so entschieden oder mir das selbst so ausgedacht hätte, nein, es ist vielmehr so, dass das Leben sich durch mich hindurchlebt, dass die Dinge sich fügen, sich „ergeben“… dadurch, dass ich loslasse, mich ergebe, mich dem Fluss des Lebens hingebe… Ich kann es sowieso nicht ändern: Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommt. Ich bin nicht diejenige, die das bestimmt und das macht alles so unendlich viel freier und leichter!

Und ich hab so Bock, jetzt wirklich was Neues in meinem Leben anzuzetteln! Da ist so vieles in mir, was endlich raus will! Meine Sonne will endlich strahlen! Ich will endlich ICH sein! Da ist so viel Fülle, so viel Lebenskraft und Freude an der Schönheit des Lebens! Und diese Kraft will endlich wirken!

Und dann: BÄHM! Zieht einer den Stecker… CORONA!

…to be continued…

Filme
„Der Lauf der Dinge“ – Peter Fischli & David Weiss (YouTube)

Bücher
„Rückkehr zur Liebe“ – Marianne Williamson